Was ist die Treadwear eines Reifens?

Die Treadwear eines Reifens ist eine der Vergleichsangaben, die im Rahmen des UTQG definiert werden. Die beiden anderen Faktoren sind die Bodenhaftung und der Erwärmungswiderstand des Reifens beim Rollen.

Diese 3 Angaben befinden sich auf der Reifenflanke und sollen Sie über die Leistung Ihrer Reifen informieren.

UTQG treadwear

Was ist UTQG?

UTQG ist eine Klassifizierung des US-amerikanischen Verkehrsministeriums. Die Kennzeichnung ist für alle Reifen in den USA verpflichtend. Da Reifenhersteller überall auf der Welt produzieren, verfügt ein Großteil der Reifen in Europa über diese Kennzeichnung. Sie ist in Europa jedoch nicht obligatorisch.

Definition von Treadwear

Die Treadwear gibt den Verschleiß der Lauffläche an. Während es schwierig ist, zu beantworten, wie viele Kilometer man mit einem Reifen fahren kann, ist es jedoch sehr wohl möglich, die Langlebigkeit von Reifen nach einem normierten Protokoll zu testen und auf dieser Grundlage zu vergleichen.

Das Ergebnis dieser Tests wird in 3 Ziffern ausgedrückt. Je höher die Treadwear des Reifens, desto höher sind seine Langlebigkeit und Laufleistung. Je niedriger die Angabe, desto schneller nutzt sich der Reifen ab.

So überdauert ein Reifen mit einer Treadwear von 600 theoretisch dreimal so lange wie ein Reifen mit einer Treadwear von 200.

Größenordnung zum Vergleich der Treadwear

Die Treadwear-Angabe beginnt bei unter 100 und kann bis zu 700 betragen.

2 wichtige Faktoren sollten beachtet werden:

  1. Der Test wird auf 11.500 Kilometern auf standardisierter Strecke in den USA durchgeführt und anschließend werden anhand der Ergebnisse Schlüsse zur Lebensdauer gezogen.
  2. Der Test wird nur vom Hersteller durchgeführt und nicht von einer unabhängigen Organisation kontrolliert.

Aus diesen Gründen kann der Vergleich der Treadwear zwischen verschiedenen Marken sehr ungenau sein und Verwirrung stiften.

Manche behaupten, dass die Treadwear eines Reifens von spezialisierten Ingenieuren sowie Marketingteams definiert wird, die Kaufargumente schaffen wollen.

Die Bodenhaftung

Für diese Jahre vor dem EU-Reifenlabel etablierte Angabe zur Traktion wird das Verhalten des Reifens auf einer Anhängerachse bei konstanter Geschwindigkeit getestet. Der Test wird auf verschiedenen Straßenoberflächen (Asphalt und Beton) durchgeführt.

Je näher die Angabe an AA ist, desto besser ist die Bodenhaftung des Reifens.

Die unten stehende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick zur Traktionsleistung Ihrer Reifen:

Die Angabe zur Bodenhaftung g-Kraft auf Asphaltg-Kraft auf Beton
AA >0.540.38
A 0,47<Koeffizient<0,540.35
B 0,38<Koeffizient<0,470.26
C <0.380.26

Der Erwärmungswiderstand

Beim Rollen eines Reifens herrschen Bodenkontakt und Reibung. Die Temperatur des Reifens erhöht sich dabei in Abhängigkeit von mehreren Faktoren wie:

  • Fahrzeugbeladung
  • Rollgeschwindigkeit
  • Kraft des Fahrzeugs
  • Straßenoberfläche
  • Außentemperatur
  • Bodentemperatur
  • etc.

Aufgrund der verschiedenen Reifenmodelle und Zusammensetzungen der Gummimischungen verfügt jeder Reifen nach der Isolierung oben genannter Variablen über verschiedene Erwärmungseigenschaften.

Im Labor wird geprüft, ab welcher Geschwindigkeit der Reifen beginnt, konstant Schaden zu nehmen.

Das Ergebnis wird in Buchstaben ausgedrückt, die wie folgt zu interpretieren sind:

Aufschrift an der Flanke Maximale Geschwindigkeit vor Beschädigung
A >185km/h
B 160km/h < Test < 185km/h
C 136 km/h < Test < 160 km/h

Obwohl die Angaben der UTQG-Klassifizierung sich mit anderen Systemen wie dem EU-Reifenlabel oder dem Geschwindigkeitsindex überschneiden und überflüssig erscheinen, wird UTQG in den USA für alle Zulassungen verwendet und findet auch das Interesse vieler europäischer Nutzer, die so viele Informationen wie möglich über die Reifen möchten.